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Marcus Iulius Philippus (Philipp der Araber)

Herkunft, Jugend & Karriere

Marcus Iulius Philippus wurde um 204 in der Stadt Sahba (später nach ihm Philippusopolis genannt) in der südwestsyrischen Region Trachonitis als Sohn eines arabischen Scheichs (Achtung: damals gab es noch keinen Islam!) namens Iulius Marinus geboren. Dieser war mit Marcia Otacilia Severa verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn. Mehr ist über den Mann nicht bekannt. Die Gegend aus der die Familie stammte lag in der steinigen Ebene östlich der Golanhöhen und war damals nur oberflächlich romanisiert und auch der Hellenismus hatte dort nie eine grosse Rolle gespielt.

Die Herkunft spielte beim Militär keine Rolle und so verlief seine Karriere in der Armee kontinuierlich. Beim Perserfeldzug von Kaiser Gordian III. hatte er das Amt des stellvertretenden Prätorianerpräfekten erreicht und Ende 243 rückte er als Nachfolger des verstorbenen Timesitheus zum ersten Präfekten auf. Gerüchte, wonach er seinen Vorgänger ermordet haben soll, entbehren jedes Beweises.

Spätere Zeitgenossen waren der Meinung, Philippus hätte seine Stellung missbraucht um die Beziehungen zwischen Kaiser und Heer zu unterminieren; mit dem Ziel sich selbst als Thronkandidat präsentieren zu können. Diese Vorfälle ereigneten sich zur Zeit des Perserfeldzuges des jungen Gordian als die Truppen gerade bei Cicesium am Euphrat lagen. Im gleichen Atemzug wird aber auch berichtet, dass Philippus den Jüngling vorerst verschonen wollte und sich erst später dazu entschliessen musste ihn zu beseitigen, da er sich seines Thrones sonst nicht sicher sein konnte.

Die Armee litt im Feindesland Hunger und die Soldaten machen den Kaiser dafür verantwortlich. Das Problem war die Logistik. Langen Nachschubwege und sich verspätende Versorgungsschiffe hatten die Vorräte ausgedünnt. Meuterei lag deswegen in der Luft und Philippus ergriff wahrscheinlich nur die Initiative. Ein eiskalter Verschwörer hätte wohl kaum seelenruhig der von Gordian initiierten Abstimmungsentscheidung zwischen ihm und Philippus zugesehen. Auch, dass der nunmehrige Ex-Kaiser nicht sofort beseitigt und nach dessen Ermordung seine Vergöttlichung angestrebt wurde, legt eher diese Version nahe. Und dann ist da noch Schapur I., in dessen Tatenbericht über die Schlacht behauptet wird, Gordian sei im Kampf gefallen und Philippus von den Truppen gewählt worden.

Statue des Philippus Arabs
e libro C.Scarre
"Die römischen Kaiser


Quellen: M.Grant "Die römischen Kaiser", C.Scarre "Die römischen Kaiser", O.Veh "Lexikon der römischen Kaiser"

 

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(PL)