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SPRACHE |
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Übersicht
Lateinische Sentenzen (kurze Sinnsprüche mit Lehrcharakter) sind ob ihrer Prägnanz oftmals eine wahre Fundgrube an Erkenntnis und Lebensweisheit. Neben Klugheit und Weisheit appellieren diese Redewendungen vielfach mit Witz und scharfer Zunge an den Verstand des Lesers. Im antiken Rom begleiteten Sinnsprüche den jungen Römer schon von klein auf, da sie zugleich den Charakter formen und klassische Bildung vermitteln sollten. Die deutsche Sprache hat dies im Grunde übernommen, doch hat sich der Wahrheitscharakter der Sprüche vielfach zugunsten von populären Fehlaussagen - sogenannter Glaubenssätze (die oft genug noch dazu diskriminierend ausfallen konnten) - gewandelt, z.B. nach einer Verletzung: "Bis zum Heiraten wird's wieder gut." oder "Ein zerbrochener Spiegel bringt sieben Jahre Pech." Auch Dichter, Redner und Juristen bedienten sich dieser literarischen Form um ihre Meinungen einprägsam unter das Publikum zu bringen. Die Kürze wurde hier manchmal zum entscheidenden Kriterium. Deutsche Übersetzungen wirken dagegen in der Regel langatmig und stellen nur einen Abklatsch der tatsächlichen Eloquenz dar. Es kommt dabei nicht nur auf die Länge, sondern auch auf den melodischen Charakter an, den ein solches Sprichwort verbreitet. Englisch hat sich hier als neue Sprache etabliert, der es ebenfalls gelungen ist, prägnante Kurzsätze zu schaffen, z.B. "buy low, sell high." (Bei niedrigen Börsenkursen kaufen, bei hohen Kursen verkaufen). Im 16. Jh. schrieb Erasmus von Rotterdam mit seiner "Adagia" genannten Sammlung solcher lateinischer Weisheiten einen Bestseller seiner Zeit. Und auch heute noch gibt es natürlich Lexika, die sich dieser Materie widmen. Ergänzt wird die Zusammenstellung durch ein paar Sentenzen im altgriechischen Original, die in der Antike nie direkt übersetzt wurden. Ausserdem wurden geläufige lateinische Wendungen wie "A priori", "Ad acta" etc. eingereiht und auch nachantike Sprüche und manche Münzaufschrift, die mittelalterlichen und neuzeitlichen Slogans entsprechen, finden sich hier. Aktuell umfasst diese Zusammenfassung MMMCII lateinische Sentenzen und Phrasen. |
Sonnenuhr an der Pfarrkirche von Gutau
FERRUM
CHALYBSQUE URBIS NUTRIMENTA (Eisen und Stahl sind der Stadt
Nahrung) Motto der Stadt Waidhofen/Ybbs in Niederösterreich; angebracht am
Stadttor |
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Quellen: Primär die grosse private Zitatesammlung von Wolf Tungsten, die mir von diesem freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Leider fanden sich bei den meisten Zitaten nur kurze oder auch gar keine Angaben über deren Herkunft. So wurde dies behoben durch das Zurateziehen des "Lexikon der lateinischen Zitate" von L.Moritz. Um eine gute Quellenzitierung zu gewährleisten wurden die Angaben von der Struktur her im wesentlichen nach beiden Primärquellen vereinheitlicht; um keine Lücken entstehen zu lassen und eine Vollständigkeit zu erreichen wurde auch der Zitateschatz nach der zweiten Quelle her ergänzt. Einiges stammt jedoch aus den Originalquellen, so z.B. der Biblia Sacra Vulgata oder Ovid. |
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(PL) |
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